Die Trellix Endpoint Security Editionen unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: wie viele Geräte EDR bekommen. Core enthält EDR nur für fünf Prozent der Lizenzen – bei 100 Arbeitsplätzen sind das fünf Geräte. Wer das übersieht, hat nach einem Vorfall Spuren auf dem Domain Controller, aber keine auf dem Laptop, über den der Angreifer kam. Dieser Vergleich zeigt, was Essentials, Core und Enterprise enthalten, wann Cloud oder Hybrid passt und was die Pakete in unserer Kategorie Endpoint Security kosten.
Trellix Endpoint Security Editionen: drei Pakete, zwei Betriebsarten
Trellix bündelt seinen Endpunktschutz in drei Paketen. Jedes höhere Paket baut auf dem darunterliegenden auf. Enterprise ersetzt dabei das begrenzte EDR durch EDR mit Forensik für alle Endpunkte. So beschreibt es Trellix im eigenen Angebot auf dem AWS Marketplace, Verkäufer ist dort Trellix selbst.
Quer dazu steht die Frage, wo die Verwaltungskonsole läuft. Trellix ePolicy Orchestrator (ePO) ist die zentrale Konsole für Richtlinien, Agenten und Ereignisse. In unserem Shop gibt es jedes Paket deshalb in zwei Varianten:
- Cloud: Trellix betreibt ePO als SaaS. Sie brauchen keinen eigenen Management-Server, keine Datenbank und kein Patchen der Konsole.
- Hybrid: ePO läuft in Ihrem Rechenzentrum oder in einer eigenen IaaS-Instanz bei AWS, Azure oder Google Cloud. Richtlinien und Ereignisdaten bleiben in Ihrer Verantwortung.
Der Schutzumfang ist weitgehend gleich. Laut Distributor-Übersicht fehlen bei Core Hybrid Trellix Insights und die SaaS-Variante von TIE; TIE läuft dort über die eigene ePO-Umgebung. Der Hauptunterschied liegt im Betrieb und im Preis: Die Hybrid-Variante ist günstiger, dafür tragen Sie Server, Updates und Datensicherung der Konsole selbst.
Welche Trellix-Endpoint-Edition braucht ein mittelständisches Unternehmen?
Für die meisten Mittelständler mit 50 bis 250 Arbeitsplätzen ist Core der sinnvolle Startpunkt. Es ergänzt den Basisschutz um Sandbox-Analyse, Datei-Reputation, Application Control und EDR für kritische Systeme. Essentials genügt nur ohne Anforderungen an Erkennung und Aufklärung. Enterprise lohnt sich, wenn jedes Gerät forensisch auswertbar sein muss und mindestens 250 Lizenzen gebraucht werden.
Essentials, Core und Enterprise im direkten Vergleich
Die Tabelle fasst die Paketinhalte laut Trellix-Listing und Distributor-Übersicht zusammen. Preise sind Einstiegspreise je Endpunkt und Jahr, netto, Stand 04.11.2026. Enthalten ist Trellix Thrive Essential, der Hersteller-Support mit Updates und Ticketzugang. Ab größeren Stückzahlen (laut Produktseite ab 250) gibt es Staffelpreise.
| Merkmal | Essentials | Core | Enterprise |
|---|---|---|---|
| Next-Gen-AV, Host-Firewall, Web- und Device-Control | ja | ja | ja |
| Adaptive Threat Protection | ja | ja | ja |
| Threat Intelligence Exchange (TIE), IVX-Sandbox | – | ja | ja |
| Trellix Insights (Kampagnen-Bewertung nach Branche) | – | ja (bei Hybrid prüfen) | ja |
| Application Control für PCs | – | ja | ja |
| EDR | – | für 5 % der Lizenzen | EDR + Forensics für alle |
| Mindestmenge (Distributor) | 5 | 5 | 250 bei Erstbestellung |
| Preis Cloud ab | 55,47 € | 84,55 € | 143,54 € |
| Preis Hybrid ab | 42,66 € | 59,17 € | 86,12 € |
Die Mindestmengen stammen aus der Trellix-Suitenübersicht des Distributors Infinigate (Stand August 2025). Über den AWS Marketplace verlangt Trellix generell mindestens 250 Lizenzen; die niedrigeren Mengen gelten für den Bezug über den Fachhandel.
Festplattenverschlüsselung führt die Distributor-Übersicht in keinem der drei Pakete. Einzelne Händler nennen sie bei Enterprise, lassen Sie sich den Umfang deshalb im Angebot bestätigen. Wer Verschlüsselung sicher braucht, plant Trellix Data Encryption separat ein.
Die drei Pakete im Detail: was Essentials, Core und Enterprise leisten
Die Unterschiede zeigen sich im Alltag erst nach einem Alarm. Dann entscheidet das Paket, ob Sie nur die Blockade sehen oder den ganzen Angriffsweg.
Essentials: Prävention ohne Erkennung und Aufklärung
Trellix Endpoint Security Essentials Cloud deckt die klassischen Schutzschichten eines Arbeitsplatzes ab. Next-Gen-AV erkennt Schadcode per maschinellem Lernen, auch dateilose und skriptbasierte Angriffe. Adaptive Threat Protection bewertet Prozesse zur Laufzeit und schottet verdächtige Anwendungen ab. Web- und Device-Control regeln, welche Webziele und USB-Geräte erlaubt sind.
Was fehlt, ist die Rückschau. Ohne EDR sehen Sie nach einem Alarm, dass etwas blockiert wurde, aber nicht, was davor passiert ist. Essentials passt deshalb zu kleinen Umgebungen ohne eigenes Sicherheitsteam. Mit eigener Konsole gibt es das Paket als Essentials Hybrid.
Core: EDR nur für die kritischsten Systeme
Trellix Endpoint Security Core Cloud erweitert Essentials um fünf Bausteine. Das sind Trellix Insights, Threat Intelligence Exchange, IVX Cloud Submissions, Application Control für PCs und EDR für kritische Systeme. Insights bewertet weltweite Angriffskampagnen danach, ob sie Ihre Branche und Ihre Systeme treffen. Threat Intelligence Exchange teilt die Reputation einer Datei mit allen angebundenen Komponenten. Erkennt ein Endpunkt eine Datei als schädlich, blockieren die anderen sie ebenfalls. IVX Cloud Submissions schickt verdächtige Objekte zur Sandbox-Analyse an Trellix. Application Control lässt auf PCs nur freigegebene Programme starten.
Dazu kommt EDR für fünf Prozent der Lizenzen. EDR (Endpoint Detection and Response) zeichnet Prozesse, Verbindungen und Dateizugriffe auf und erlaubt die Reaktion aus der Konsole. In Core gehört diese Aufzeichnung auf die Geräte mit dem größten Schaden im Ernstfall:
- Domain Controller und Identitätsserver
- Dateiserver mit Geschäftsdaten
- Rechner der Geschäftsführung und der Buchhaltung
- Administrationsrechner mit privilegierten Zugängen
Die Hybrid-Variante Core Hybrid bietet sich an, wenn bereits eine ePO-Umgebung läuft. Die Distributor-Übersicht führt Trellix Insights dort nicht auf. Ob Insights bei Core Hybrid enthalten ist, bestätigen wir Ihnen im Angebot.
Enterprise: EDR und Forensik auf jedem Endpunkt
Trellix Endpoint Security Enterprise Cloud ersetzt das EDR für kritische Systeme durch Trellix EDR with Forensics für alle Endpunkte. Diese Plattform verbindet laut Trellix-Listing die Echtzeit-Erkennung von Trellix EDR mit der Forensik der früheren FireEye-Plattform Endpoint Security (HX). Damit lässt sich ein Vorfall auf jedem Gerät rekonstruieren: Einstiegspunkt, betroffene Systeme, bewegte Daten.
Der Haken für kleinere Unternehmen ist die Mindestmenge. Laut Distributor setzt die Erstbestellung 250 Lizenzen voraus. Mit eigener Konsole heißt das Paket Enterprise Hybrid.
Die KI-gestützte Alarmauswertung Trellix Wise als Add-on für Trellix EDR untersucht Alarme automatisch und begründet ihre Bewertung. Das Add-on kostet ab 26,66 € je Endpunkt und Jahr. Trellix beschreibt Wise im Listing zusammen mit EDR, führt es aber in keiner Paketaufzählung auf; auch die Distributor-Übersicht nennt es nicht. Ob Ihr Enterprise-Abo Wise-Funktionen schon enthält, prüfen wir vor dem Angebot. So zahlen Sie das Add-on nicht doppelt.
Rechenbeispiel: 100 Arbeitsplätze mit Cloud-Konsole
Ein Unternehmen mit 100 Endpunkten rechnet mit Core Cloud höchstens 8.455 € netto im Jahr (100 × 84,55 €, Shop-Preis Stand 04.11.2026). Mit Hybrid-Konsole sind es 5.917 €, Essentials Cloud liegt zum Vergleich bei 5.547 €. Ein Angebot mit Staffelpreis kann darunter liegen. EDR läuft mit Core auf fünf Geräten. Enterprise ist bei 100 Lizenzen als Erstbestellung laut Distributor nicht möglich.
Wer mehr als fünf Geräte überwachen will, aber unter 250 Lizenzen bleibt, hat zwei Wege. Er kann die EDR-Abdeckung über ein eigenes EDR-Produkt aus unserer Kategorie EDR erweitern. Oder er gibt Betrieb und Alarmbearbeitung an einen MDR-Dienst ab. Den Unterschied zwischen beiden Modellen erklärt unser Beitrag EDR, XDR und MDR im Vergleich.
Für bestehende Trellix-Umgebungen gibt es außerdem Trellix Endpoint Defense Management. Dabei übernehmen Trellix-Experten Konfiguration, Richtlinienpflege und Agent-Health-Checks.
Häufige Fragen zu den Trellix Endpoint Security Editionen
Was ist der Unterschied zwischen Trellix Endpoint Cloud und Hybrid?
Bei Cloud betreibt Trellix die Konsole ePO als SaaS. Bei Hybrid betreiben Sie ePO selbst, im eigenen Rechenzentrum oder in einer IaaS-Instanz. Der Schutzumfang ist weitgehend gleich, mit Abweichungen bei Core Hybrid (Insights, TIE als SaaS).
Enthält Trellix Endpoint Core schon EDR?
Ja, aber nur für fünf Prozent der Lizenzen. Vollständiges EDR mit Forensik für alle Endpunkte enthält erst Enterprise.
Ab wie vielen Lizenzen gibt es Trellix Endpoint Enterprise?
Laut Distributor Infinigate gilt für die Erstbestellung eine Mindestmenge von 250 Lizenzen. Essentials und Core gibt es über den Fachhandel ab fünf Lizenzen.
Ist Festplattenverschlüsselung in den Paketen enthalten?
Die Distributor-Übersicht führt sie in keinem der drei Pakete. Einzelne Händler nennen sie bei Enterprise. Trellix Data Encryption ist als eigenes Produkt erhältlich.
Kann ich von McAfee ENS auf ein Trellix-Paket wechseln?
Ja, McAfee ePO heißt heute Trellix ePO. Was beim Umstieg zu beachten ist, beschreibt unser Beitrag zum McAfee-Enterprise-Nachfolger Trellix.
Fazit: Core als Standard, Enterprise ab 250 Endpunkten
Essentials reicht für Prävention ohne Aufklärung. Core ist für den Mittelstand der ausgewogene Standard, sofern die EDR-Abdeckung bewusst auf die kritischen Systeme gelegt wird. Enterprise lohnt sich ab 250 Endpunkten, wenn jedes Gerät forensisch auswertbar sein muss.
Zählen bei Ihnen mehr als fünf Prozent der Geräte zu den kritischen Systemen? Dann reicht Core allein nicht, und der Produktberater schlägt Ihnen passende Alternativen für Ihre Gerätezahl vor. Alle Pakete finden Sie im Trellix-Herstellerbereich. Ein Angebot mit Staffelpreis erstellen wir über das Kontaktformular.
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