Eine Desktop-Firewall mit 700 Mbit/s Datenblatt-Durchsatz liefert mit aktiver SSL-Inspektion in der Praxis oft nur noch 230 Mbit/s. Bei einer 250-Mbit-Leitung wird die Box damit zum Flaschenhals. Wer für eine Filiale mit 25 Mitarbeitern eine zu kleine Appliance kauft, zahlt am Ende doppelt: Die Internetleitung wird gedrosselt, und nach 18 Monaten steht der Austausch gegen die nächstgrößere Box an. Genau in diesem Segment treffen sich Sophos XGS 87w und WatchGuard Firebox T25 als zwei der meistverkauften NGFW für KMU.
Kurzantwort: Für 25 Arbeitsplätze mit aktiver SSL-Inspektion und Wi-Fi 6 am Gerät ist die Sophos XGS 87w die belastbarere Wahl. Die WatchGuard T25 passt, wenn das Budget knapp ist, separates WLAN existiert und der Standort bereits im WatchGuard-Stack läuft. Dieser Vergleich zeigt die Details.
Sophos XGS 87w vs WatchGuard T25: Hardware und Durchsatz im direkten Vergleich
Beide Hersteller positionieren ihre Einstiegs-Desktop-Modelle für Standorte mit 10 bis 35 Nutzern. Auf dem Datenblatt sehen die Werte ähnlich aus. In der Praxis trennen sich die Wege bei aktivierter Threat Protection.
| Merkmal | Sophos XGS 87w | WatchGuard Firebox T25 |
|---|---|---|
| Firewall-Durchsatz (lt. Datenblatt) | bis 11,5 Gbit/s | bis 3,2 Gbit/s |
| IPS-Durchsatz | bis 4,6 Gbit/s | bis 1,15 Gbit/s |
| Threat Protection (alles aktiv) | bis 1,5 Gbit/s | bis 547 Mbit/s |
| TLS/SSL-Inspektion | ca. 580 Mbit/s | ca. 230 Mbit/s |
| WLAN | Wi-Fi 6 integriert | Wi-Fi 6 (T25-W) optional |
| Konkurrierende Verbindungen | 2,5 Mio. | 1,4 Mio. |
| GbE-Ports | 8 × Kupfer | 5 × Kupfer |
| Konsole | Sophos Central (Cloud) | WatchGuard Cloud |
Die XGS 87w hat im Threat-Protection-Modus rund das Dreifache an nutzbarem Durchsatz und drei zusätzliche Ports. Die T25 punktet dafür mit einer schlankeren Lizenzstruktur und niedrigeren Folgekosten ab Jahr zwei.
Durchsatz unter SSL-Inspektion: Wo bricht welche Box ein?
In den Datenblättern wird der dramatischste Wert oft nicht hervorgehoben: TLS/SSL-Inspektion. Sobald HTTPS-Traffic auf Inhalte geprüft wird, fällt der Durchsatz bei beiden Modellen auf einen Bruchteil. Sophos nennt für die XGS 87/87w rund 580 Mbit/s TLS-Inspection-Durchsatz. WatchGuard gibt für die T25 etwa 230 Mbit/s an.
Praxisrelevant ist das, weil heute über 90 Prozent des Web-Traffics verschlüsselt sind. Ein Standort mit 25 Mitarbeitern, einer 250-Mbit-Leitung und gleichzeitiger Cloud-Nutzung liegt damit in einem Bereich, in dem die XGS 87w Reserve hat. Die T25 arbeitet schon nahe ihrer Decke. Wer aktiv SSL-Inspektion fahren will, sollte bei WatchGuard direkt eine Stufe höher denken (T45). Alternativ lässt sich die Inspektion selektiv aktivieren, etwa nur für Risiko-Kategorien.
Lizenzmodell und Folgekosten über 3 Jahre
Sophos bündelt seine Lizenzen in drei Stufen: Standard Protection, Xstream Protection und Xstream Bundle. Die XGS 87w wird üblicherweise mit Xstream Protection ausgeliefert, was Sandboxing, ZTNA-Gateway (Zero-Trust-Zugriff für Remote-User statt klassischem VPN) und SD-WAN-Funktionen enthält. WatchGuard verkauft die T25 in zwei Suites: Basic Security Suite und Total Security Suite. Die Total Security Suite enthält DNSWatch, ThreatSync XDR-Korrelation (zentrale Auswertung von Firewall-, MFA- und Endpoint-Events) und APT Blocker.
Eine grobe Orientierung für die 3-Jahres-TCO eines 25-User-Standorts:
- Sophos XGS 87w mit Xstream Protection 3 Jahre: ca. 2.300 bis 2.800 Euro Listenpreis
- WatchGuard T25 mit Total Security Suite 3 Jahre: ca. 1.900 bis 2.300 Euro Listenpreis
Die Werte schwanken nach Wechselkurs, Renewal-Stichtag und Distributionspartner. Wer ein Renewal verpasst, zahlt bei Sophos den vollen Neukauf. WatchGuard reagiert hier kulanter, gewährt aber im Gegenzug weniger Rabatt auf nahtlose Verlängerungen.
Welche Firewall ist besser für 25 Arbeitsplätze: Sophos XGS 87w oder WatchGuard T25?
Für 25 Arbeitsplätze mit moderater SSL-Inspektion ist die Sophos XGS 87w die belastbarere Wahl: rund das Doppelte an Threat-Protection-Durchsatz und integriertes Wi-Fi 6. Die WatchGuard T25 passt besser, wenn separate Access Points vorhanden sind, das Budget eng ist und die Konfiguration zentral über WatchGuard Cloud läuft. Wer parallel WatchGuard-Endpoints betreibt, profitiert zusätzlich von ThreatSync.
Cloud-Konsole und Management im Alltag
Beide Hersteller managen ihre kleinen Boxen heute primär über die Cloud. Sophos Central ist eine Multi-Produkt-Konsole, in der neben der Firewall auch Endpoint, MDR und Email-Security laufen. Diese Korrelation über Synchronized Security (Firewall und Endpoint tauschen automatisch Bedrohungs-Status aus) ist ein realer Vorteil, wenn parallel Sophos-Endpoints im Einsatz sind.
WatchGuard Cloud konzentriert sich stärker auf das Netzwerk-Portfolio und ergänzt mit ThreatSync XDR eine Korrelationsschicht zwischen Firewall, AuthPoint MFA und Panda EPDR. Die Bedienoberfläche ist reduzierter und kommt Administratoren entgegen, die wenige Klicks zur fertigen Policy brauchen.
Wer schon einen Hersteller im Endpoint-Stack hat, sollte beim Firewall-Kauf nicht wechseln. Die Konsolen-Konsolidierung spart pro Jahr mehrere Stunden Routine und entschärft Audits.
Empfehlung nach Standort-Profil: XGS 87w oder T25?
Drei Praxis-Szenarien helfen bei der Wahl:
- Sophos-affiner Standort mit Synchronized Security: XGS 87w. Korrelation mit Sophos Endpoint, Heartbeat-Funktion und ein einheitliches Lizenzfenster wiegen den Aufpreis auf.
- WatchGuard-Endpoint-Kunde mit ThreatSync: T25. Die XDR-Korrelation funktioniert nur, wenn alle Komponenten aus dem WatchGuard-Stack kommen.
- Greenfield-Standort ohne Vorgaben: T25 mit Total Security Suite, wenn das Budget knapp ist und SSL-Inspektion selektiv läuft. XGS 87w, sobald die Internetleitung über 250 Mbit liegt oder Wi-Fi 6 ohne separate APs gewünscht ist.
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FAQ
Reicht die WatchGuard T25 für 50 Arbeitsplätze?
Die T25 deckt offiziell 10 bis 35 Nutzer ab. Bei 50 Arbeitsplätzen mit aktiver SSL-Inspektion und Cloud-Backup-Last ist die T45 die solidere Wahl, weil sie deutlich mehr TLS-Durchsatz und Verbindungen liefert.
Hat die Sophos XGS 87w integriertes WLAN?
Ja, das „w“ im Namen kennzeichnet die Wi-Fi-6-Variante mit zwei integrierten Funkmodulen. Wer kein WLAN am Gerät braucht, fährt mit der Non-w-Variante (XGS 87) günstiger.
Was kostet ein Renewal nach 3 Jahren?
Realistisch sind 60 bis 75 Prozent des ursprünglichen Lizenzpreises pro 3-Jahres-Renewal, je nach Hersteller, Stichtag und Distribution. Lücken in der Renewal-Kette führen bei Sophos zu deutlich höheren Reaktivierungskosten als bei WatchGuard.
Lassen sich Sophos und WatchGuard parallel betreiben?
Technisch ja, betriebswirtschaftlich selten sinnvoll. Doppelte Konsolen, doppelte Schulungen und parallele Update-Zyklen kosten mehr Zeit als die Lizenzersparnis bringt. Ausnahme: zwei autonome Standorte mit getrennten IT-Verantwortlichen.
Welche der beiden Boxen erfüllt NIS2-Anforderungen besser?
Beide Hersteller liefern die technische Basis für NIS2-relevante Kontrollen wie Logging, Segmentierung und MFA-Integration. Die NIS2-Checkliste für KMU zeigt, welche Module zusätzlich nötig sind. Eine Firewall allein reicht nicht.
Wo finde ich die offiziellen Datenblätter?
Die WatchGuard Firebox T-Series Spezifikationen und das offizielle Sophos XGS-Series-Datenblatt sind frei verfügbar. Vor jedem Kauf sollten die Werte abgeglichen werden, weil Hersteller die Performance-Angaben regelmäßig anpassen.
Empfehlung: Welche Box passt zum Standort-Profil?
Die Sophos XGS 87w ist die belastbarere Box für Standorte mit hoher SSL-Last, integriertem WLAN und Sophos-Endpoints. Die WatchGuard T25 ist die effizientere Wahl, wenn Budget und WatchGuard-Stack-Konsolidierung im Vordergrund stehen. Beide Modelle sind solide Einstiegs-NGFW. Die Frage ist nicht, welche besser ist, sondern welche zur bestehenden Architektur passt.
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