Ein Ransomware-Vorfall kostet einen Mittelständler selten nur die verschlüsselten Dateien. Er kostet die Tage, in denen niemand fakturieren, produzieren oder ausliefern kann. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik führt Ransomware seit Jahren als eine der größten Bedrohungen für Unternehmen. Wer die Entscheidung SentinelOne vs Sophos trifft, legt sich für ein bis drei Jahre auf eine Konsole, ein Lizenzmodell und einen Betriebsaufwand fest. Kurz vorab: SentinelOne passt eher ohne eigenes Security-Team, Sophos eher bei bereits vorhandener Sophos-Firewall oder -Mailabsicherung. Dieser Vergleich stellt beide Lösungen anhand von Erkennung, Wiederherstellung, Betriebsaufwand und Lizenzpreis gegenüber. Konfigurierbar sind sie im EDR-Sortiment von Cyber Shop.
Wie SentinelOne und Sophos ihre EDR-Produkte 2026 tatsächlich nennen
Vor dem Funktionsvergleich lohnt eine Klarstellung, weil die Namen im Markt durcheinandergehen. SentinelOne Singularity Complete ist die EDR-Stufe der Singularity-Plattform. Sie enthält laut Hersteller alle Funktionen der Stufen Core und Control. Hinzu kommen Storyline-Telemetrie, Threat Hunting (die proaktive Fahndung nach Angreifern, die der automatische Schutz nicht gestoppt hat), Full Remote Shell für forensische Zugriffe aus der Ferne sowie Rollback, also die automatische Wiederherstellung des Systemzustands vor dem Angriff.
Auf Sophos-Seite ist die Lage verwinkelter. Sophos hat die Marke „Intercept X“ inzwischen zugunsten der Bezeichnung „Sophos Endpoint“ zurückgestellt; die zugrundeliegende Technik mit Deep Learning, Exploit-Schutz und CryptoGuard blieb dabei erhalten, wie die offizielle Sophos-Endpoint-Produktseite zeigt. Im Sophos-Sortiment von Cyber Shop findet sich die EDR-Stufe deshalb als Sophos EDR – User. Wer nur präventiven Schutz ohne Detection-and-Response-Werkzeuge braucht, liegt bei Sophos Endpoint Protection – User richtig — der EPP-Stufe (Endpoint Protection, reine Prävention ohne Untersuchungswerkzeuge) unterhalb von EDR.
Welche EDR-Lösung passt besser zum Mittelstand: SentinelOne oder Sophos?
SentinelOne Singularity Complete passt zu Unternehmen, die möglichst viel automatisch abwehren lassen wollen und ohne festes Security-Team arbeiten: Der Agent reagiert autonom und kann Windows-Systeme per Rollback zurücksetzen. Sophos EDR passt besser, wo bereits Sophos-Firewalls oder -Mailschutz laufen und die produktübergreifende Ereignis-Korrelation in einer Konsole den Ausschlag gibt.
Welche Konfiguration zur eigenen Mitarbeiterzahl passt, grenzt der Produktberater von Cyber Shop in wenigen Minuten ein.
Funktionsvergleich: Storyline und Purple AI gegen Deep Learning und CryptoGuard
Beide Plattformen erkennen Schadsoftware nicht mehr primär über Signaturen, sondern über Verhaltensmodelle. Die Wege dorthin unterscheiden sich jedoch.
SentinelOne setzt auf statische und verhaltensbasierte KI-Engines direkt auf dem Endgerät. Die Storyline-Funktion verknüpft alle zusammengehörigen Ereignisse eines Angriffs automatisch zu einem Verlauf und ordnet sie dem MITRE-ATT&CK-Framework zu, einer öffentlichen Systematik bekannter Angreifer-Techniken. Für die Auswertung steht nach Herstellerangaben der KI-Assistent Purple AI bereit, dazu eine Netzwerk-Quarantäne, die ein befallenes Gerät vom Netz trennt.
Sophos arbeitet mit Deep Learning, einer Form des maschinellen Lernens, die auch nie zuvor gesehene Schadsoftware vorhersagen soll. Dazu kommen ein Exploit-Schutz gegen über 60 Angriffstechniken und CryptoGuard. CryptoGuard adressiert einen typischen Schwachpunkt vieler EDR-Produkte: Erkennt eine Lösung Ransomware erst nach zahlreichen verschlüsselten Dateien, bleiben diese Dateien verschlüsselt. CryptoGuard stellt sie nach Herstellerangaben aus geschützten Kopien wieder her. Für die Analyse liefert Sophos das Suchwerkzeug Live-Discover, RCA-Bedrohungsgraphen (Root Cause Analysis, also die grafische Rückverfolgung der Angriffsursache) und Live Response als Remote-Terminal.
| Merkmal | SentinelOne Singularity Complete | Sophos EDR – User |
|---|---|---|
| Erkennungsansatz | Statische und verhaltensbasierte KI-Engines auf dem Agenten | Deep Learning plus Exploit-Schutz (60+ Techniken) |
| Angriffsrekonstruktion | Storyline-Zeitleiste mit MITRE-ATT&CK-Zuordnung | RCA-Bedrohungsgraphen, MITRE-Zuordnung |
| Wiederherstellung | 1-Klick-Rollback des Systems (Windows) | CryptoGuard stellt verschlüsselte Dateien wieder her |
| Analyse-Werkzeug | Purple AI, Full Remote Shell | Live-Discover, Live Response |
| Isolation | Netzwerk-Quarantäne | Geräte-Isolation auf Abruf |
| Datenaufbewahrung | 14 Tage EDR-Daten, erweiterbar auf 365 Tage | laut Produktbeschreibung 90 Tage in der Cloud, je nach Lizenzpaket abweichend |
| Zusatzkontrollen | Firewall Control, Device Control (USB/Bluetooth), Rogue Device Discovery | über Sophos-Central-Module ergänzbar |
| Listenpreis (Einstiegsstaffel, netto, Stand 18.08.2026) | ab 108,09 € pro Workstation / 12 Monate | ab 133,80 € pro User |
Die Datenaufbewahrung verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil beide Hersteller sie paketabhängig staffeln. SentinelOne startet bei 14 Tagen EDR-Telemetrie und erweitert gegen Aufpreis auf 365 Tage; Sophos nennt in der Produktbeschreibung 90 Tage Cloud-Datenhaltung, die tatsächliche Aufbewahrung im Sophos Data Lake hängt jedoch vom gebuchten Central-Paket ab. Wer im Verdachtsfall Wochen zurückblicken können muss, sollte diesen Punkt vor der Bestellung schriftlich klären.
Preise und Lizenzierung 2026: Was kostet der Vergleich pro Arbeitsplatz?
Beide Produkte werden pro Benutzer beziehungsweise pro Arbeitsplatz lizenziert und im Konfigurator nach Lizenzstaffel, Lizenztyp und Laufzeit berechnet. Der angezeigte Einstiegspreis ist damit kein Endpreis, sondern der Ausgangspunkt der Staffel.
- SentinelOne Singularity Complete: ab 108,09 € netto pro Workstation für 12 Monate (Stand 18.08.2026).
- Sophos EDR – User: ab 133,80 € netto pro User (Stand 18.08.2026).
- Staffelwirkung: Beide Konfiguratoren senken den Stückpreis mit steigender Lizenzzahl. Die Differenz bei 25 Arbeitsplätzen sieht anders aus als bei 250.
- Laufzeit: Mehrjahreslaufzeiten sind bei beiden Herstellern günstiger pro Jahr, binden aber Budget und Architekturentscheidung.
- Vorstufe prüfen: Wer noch kein Detection-and-Response-Verfahren betreibt, kommt mit der reinen EPP-Stufe von Sophos günstiger in den Schutz — allerdings ohne Threat Hunting und Forensik.
Rückfragen zu Staffeln und Laufzeiten für den eigenen Bedarf beantwortet das Kontaktformular von Cyber Shop in der Regel binnen eines Werktags.
Betriebsaufwand: Wer wertet die Meldungen im Alltag aus?
EDR erzeugt Signale, und Signale erzeugen Arbeit. Genau daran scheitern EDR-Projekte im Mittelstand häufiger als an der Technik. Die ehrliche Vorfrage lautet deshalb nicht „welches Produkt erkennt mehr“, sondern „wer sieht sich die Erkennungen am Montagmorgen an“.
SentinelOne adressiert diese Lücke über autonome Reaktions-Policies: Der Agent beendet und isoliert eigenständig, statt auf eine menschliche Freigabe zu warten. Für ein Unternehmen ohne eigenes Security-Team senkt das die Reaktionszeit. Es verlangt aber sorgfältig gesetzte Ausnahmen, damit Geschäftsanwendungen nicht fälschlich blockiert werden.
Sophos setzt stärker auf Konsolidierung. Wer Sophos-Firewall und -Mailschutz betreibt, sieht Endpoint-, Firewall- und Mail-Ereignisse in Sophos Central korreliert. Das spart Werkzeugwechsel und macht Zusammenhänge sichtbar, die in getrennten Konsolen untergehen. Der Nutzen fällt entsprechend kleiner aus, wenn im Netz Firewalls eines anderen Herstellers stehen.
Wenn die Auswertung intern gar nicht leistbar ist, führt der Weg von EDR zu einem betreuten Dienst. Wo die Grenze zwischen EDR, XDR und einem betreuten MDR-Service verläuft, ordnet der Beitrag zum Unterschied zwischen EDR, XDR und MDR ein.
Häufige Fragen zu SentinelOne vs Sophos
Ersetzt EDR den klassischen Virenschutz?
Nein, EDR ersetzt den Virenschutz nicht, sondern schließt ihn ein. Sowohl SentinelOne Singularity Complete als auch Sophos EDR enthalten die präventive Schutzschicht und ergänzen sie um Erkennung, Untersuchung und Reaktion.
Kann SentinelOne wirklich ein verschlüsseltes System zurücksetzen?
Auf unterstützten Windows-Systemen setzt SentinelOne nach Herstellerangaben den Zustand vor dem Angriff über mitlaufende Snapshots zurück. Für macOS und Linux steht diese Rollback-Funktion nicht zur Verfügung.
Wie unterscheidet sich Sophos EDR von Sophos Endpoint Protection?
Sophos Endpoint Protection deckt die Prävention ab. Sophos EDR ergänzt Threat Hunting, Live-Discover-Abfragen, Live Response und eine längere Cloud-Datenhaltung für die forensische Nacharbeit.
Heißt Sophos Intercept X jetzt anders?
Sophos vermarktet die Produktlinie inzwischen unter der Bezeichnung Sophos Endpoint. Deep Learning, Exploit-Schutz und CryptoGuard sind unverändert Bestandteil der Lösung.
Lassen sich beide Lösungen parallel testen?
Ein Parallelbetrieb zweier EDR-Agenten auf demselben Endgerät ist nicht zu empfehlen, weil sich die Produkte gegenseitig als verdächtig einstufen können. Sinnvoller ist ein Test auf getrennten Gerätegruppen.
Wie viele Arbeitsplätze rechtfertigen EDR statt reinem Virenschutz?
Eine feste Schwelle gibt es nicht. Ausschlaggebend sind eher die Fragen, ob personenbezogene oder produktionskritische Daten verarbeitet werden und ob regulatorische Nachweispflichten bestehen.
Fazit: Automatisierung oder Konsolidierung
SentinelOne Singularity Complete spielt seine Stärke dort aus, wo niemand rund um die Uhr auf Meldungen schaut und die Wiederherstellung nach einem Ransomware-Vorfall schnell gehen muss. Sophos EDR punktet dort, wo bereits Sophos-Komponenten im Netz stehen und die produktübergreifende Sicht in Sophos Central den Betriebsaufwand senkt. Technische Details beschreibt die SentinelOne-Produktseite zu Singularity Complete.
Welche Frage wiegt in Ihrem Unternehmen schwerer: möglichst viel Automatik ohne eigenes Security-Team oder eine einzige Konsole für Endpoint, Firewall und Mail? Wer beides gegeneinander abwägen möchte, findet die jeweils gültige Staffelung beider Lizenzen im EDR-Bereich von Cyber Shop.
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