Die Firewall für 25 Arbeitsplätze läuft drei bis fünf Jahre, und ein Fehlgriff zeigt sich erst im Betrieb: Mit eingeschalteter Inspektion bricht der Durchsatz ein (beim WatchGuard T45 von 3,94 auf 0,87 Gbit/s), die Verwaltung frisst Zeit oder die Lizenz läuft unbemerkt aus. Kurzantwort: WatchGuard passt bei mehreren Standorten mit Cloud-Verwaltung, Securepoint bei einem Standort mit Fachhändler oder Managed Service. Für 25 Arbeitsplätze kommen der WatchGuard T45 und die Securepoint RC100 G5 infrage. Hier sehen Sie die Zahlen aus den Datenblättern und eine Entscheidungshilfe. Passende Geräte beider Hersteller finden Sie in unserer Übersicht der Firewalls für Unternehmen.
Welche Firewall passt für 25 Arbeitsplätze: WatchGuard oder Securepoint?
Beide decken 25 Arbeitsplätze ab: WatchGuard T45 (laut Hersteller bis 35 Benutzer), Securepoint RC100 G5 (bis 25) und RC200 G5 (bis 50). Die Zahlen sind Herstellerrichtwerte, keine Garantie für Ihr Netz. Die WatchGuard Firebox T-Serie und die Securepoint-Modelle RC100 G5 und RC200 G5 liegen im Shop. Entscheidend ist, wer die Firewall betreut.
Was unterscheidet die beiden Hersteller grundsätzlich?
WatchGuard und Securepoint sind beide UTM-Anbieter. UTM steht für Unified Threat Management, also mehrere Schutzfunktionen in einem Gerät. Die Ausrichtung unterscheidet sich trotzdem:
- WatchGuard ist ein US-Hersteller mit Cloud-first-Ansatz. Die Verwaltung läuft über WatchGuard Cloud, neue Standorte gehen per Zero-Touch-Deployment in Betrieb: Gerät anschließen, die Konfiguration kommt aus der Cloud.
- Securepoint ist ein deutscher Hersteller aus Lüneburg und vertreibt über den Fachhandel. Laut Produktseite gehören Vor-Ort-Service am nächsten Werktag (NBD, Next Business Day) und unlimitierter Support für Fachhandelspartner zum Lieferumfang. Als Erweiterung nennt die Produktseite einen Managed Firewall Service mit 24/7-Betreuung durch Securepoint.
Welcher Ansatz besser ist, hängt weniger vom Gerät ab als davon, wer die Firewall im Alltag betreut.
WatchGuard vs Securepoint im Überblick
Die Tabelle stellt die Modelle gegenüber, die für 25 bis 50 Arbeitsplätze infrage kommen. Die Werte stammen aus den Datenblättern und Produktseiten im Shop. Die Hersteller weisen den Durchsatz unterschiedlich aus, deshalb sind die Zahlen nicht direkt vergleichbar.
| Merkmal | WatchGuard T45 | Securepoint RC100 G5 | Securepoint RC200 G5 |
|---|---|---|---|
| Richtwert Benutzer | bis 35 | bis 25 | bis 50 |
| Firewall-Durchsatz | 3,94 Gbit/s | 3,74 Gbit/s | 4,65 Gbit/s |
| VPN-Durchsatz | 1,48 Gbit/s | 690 Mbit/s | 910 Mbit/s |
| Schutzfunktionen | IPS, Anti-Malware, URL-Filter, Application Control, APT Blocker | IDS/IPS, Application Control, Antivirus-Proxy, Web-Content-Filter | IDS/IPS, Application Control, Antivirus-Proxy, Web-Content-Filter |
| Durchsatz mit Inspektion | UTM: 0,87 Gbit/s | TLS-Interception: 1,8 Gbit/s | TLS-Interception: 2,59 Gbit/s |
| Verwaltung | WatchGuard Cloud, Zero-Touch | Betreuung über Fachhandelspartner, Managed Firewall Service als Erweiterung | Betreuung über Fachhandelspartner, Managed Firewall Service als Erweiterung |
| Lizenzmodell | Abo (z. B. Total Security Suite) | Infinity-Lizenz, 12 Monate, automatische Verlängerung | Infinity-Lizenz, 12 Monate, automatische Verlängerung |
Die Funktionslisten sind nicht deckungsgleich benannt, etwa Anti-Malware bei WatchGuard und Antivirus-Proxy bei Securepoint. Vergleichen Sie die Funktionen, nicht die Bezeichnungen. Beide Securepoint-Modelle unterstützen laut Produktseite VPN über IPsec, OpenVPN und WireGuard.
Wie unterscheiden sich Durchsatz und Schutzfunktionen?
Der Firewall-Durchsatz sagt wenig über den Alltag. Im Betrieb zählt, was das Gerät mit eingeschaltetem IPS (Intrusion Prevention, erkennt und blockiert Angriffsmuster im laufenden Verkehr), Virenschutz und Anwendungserkennung schafft. WatchGuard weist beim T45 den UTM-Durchsatz von 0,87 Gbit/s getrennt aus. Securepoint nennt stattdessen die TLS-Interception: beim RC100 1,8 Gbit/s, beim RC200 2,59 Gbit/s. Das ist die Geschwindigkeit, mit der die Firewall verschlüsselten Verkehr aufbricht und prüft. Beide Werte messen Verschiedenes und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.
Für 25 Arbeitsplätze mit Cloud-Diensten und Videokonferenzen reichen beide Hersteller in der Regel aus. Vergleichen Sie bei der Angebotsprüfung immer den Wert mit aktiven Schutzfunktionen, nicht die größte Zahl auf dem Datenblatt.
Welche Verwaltung passt zu Ihrem Betrieb?
Die Verwaltung entscheidet im Alltag mehr als die Durchsatzzahl:
- Viele Standorte, kleines IT-Team: WatchGuard Cloud bündelt Konfiguration, Berichte und Updates. Neue Filialen gehen ohne Techniker vor Ort ans Netz.
- Ein Standort, externer Dienstleister: Securepoint passt gut, wenn ein Systemhaus die Firewall betreut. Der Vor-Ort-Austausch am nächsten Werktag und der Managed Firewall Service als Erweiterung entlasten die interne IT.
- Eigenes IT-Team mit Netzwerkerfahrung: Beide Systeme lassen sich selbst betreiben. Die Entscheidung fällt dann nach Bedienung und Berichtswesen.
Die WatchGuard T-Serie bringt ThreatSync XDR mit, die Korrelation von Firewall- und Endpoint-Daten. Mehr dazu im Beitrag zu ThreatSync XDR.
Was kostet der Betrieb über drei Jahre?
Der Gerätepreis allein täuscht. Bei beiden Herstellern kommen Lizenz und Support dazu, und beide gelten nur mit laufendem Abonnement voll. Läuft die Lizenz ab, erhält die Firewall keine Signatur-Updates mehr, und der Schutz veraltet. Bei Securepoint ist die Infinity-Lizenz laut Produktseite für 12 Monate im Lieferumfang und verlängert sich automatisch. Bei WatchGuard läuft der Schutz über die Total Security Suite (IPS, Anti-Malware, URL-Filter, Application Control, APT Blocker) als Abonnement. Lassen Sie sich im Angebot drei Posten einzeln ausweisen: Hardware, Lizenz je Jahr und Support. Die Rechnung lautet dann: Hardware + 3 × Lizenz + Support. Nur so sehen Sie die Gesamtkosten.
Welche typischen Fehler passieren bei der Auswahl?
- Nur auf den Datenblatt-Durchsatz geschaut: Maßgeblich ist der Wert mit aktiver Inspektion.
- Verwaltung unterschätzt: Ein günstiges Gerät, das niemand pflegt, ist teurer als ein passendes Modell mit Betreuung.
- Lizenzende übersehen: Ohne gültige Lizenz fehlen Updates. Legen Sie das Ablaufdatum in den Kalender.
- Wachstum vergessen: Planen Sie die Reserve für zwei bis drei Jahre ein, etwa für neue Mitarbeiter oder Standorte.
- Verschlüsselten Verkehr ignoriert: Ohne TLS-Interception bleibt verschlüsselter Verkehr ungeprüft.
FAQ: WatchGuard und Securepoint
Ist Securepoint eine deutsche Firewall?
Ja, Securepoint ist ein deutscher Hersteller mit Sitz in Lüneburg. Die Firmenangaben finden Sie auf der Securepoint-Website. Wo die Daten verarbeitet werden, hängt zusätzlich von den genutzten Diensten ab.
Welche Firewall ist für 25 Mitarbeiter besser?
Keine ist pauschal besser. Für 25 Arbeitsplätze kommen bei WatchGuard der T45 und bei Securepoint RC100 oder RC200 infrage. Entscheidend sind Verwaltung, Betreuung und der Durchsatz mit aktiven Schutzfunktionen.
Brauche ich für beide Systeme eine Lizenz?
Ja. Beide Hersteller liefern den vollen Schutz nur mit gültigem Abonnement. Prüfen Sie im Angebot, welche Dienste in der Lizenz enthalten sind und wie lange sie laufen.
Kann ich Securepoint und WatchGuard im Netz mischen?
Ja, etwa mit WatchGuard in den Filialen und Securepoint in der Zentrale, sofern beide Seiten dasselbe VPN-Verfahren nutzen, zum Beispiel IPsec. Der Verwaltungsaufwand steigt dabei, weil zwei Systeme gepflegt werden.
Wie unterscheiden sich die beiden bei der Verwaltung?
WatchGuard verwaltet Geräte zentral über WatchGuard Cloud mit Zero-Touch-Deployment. Securepoint setzt auf Betreuung durch Fachhandelspartner und nennt einen Managed Firewall Service als Erweiterung.
Fazit: Betreuung zuerst, Gerät danach
WatchGuard passt, wenn Sie mehrere Standorte zentral aus der Cloud steuern wollen. Securepoint passt, wenn ein Fachhändler oder Managed Service den Betrieb übernimmt. Bei 25 Arbeitsplätzen sind beide leistungsfähig genug. Der Unterschied liegt in der Betreuung.
Welches Gerät zu Ihrem Netz passt, klären wir mit Ihnen: Nennen Sie uns Standorte, Benutzerzahl und Betreuungsmodell über die Kontaktseite, oder prüfen Sie Ihre Eckdaten im Produktberater für die passende Firewall.
Weiterlesen: Sophos XGS 87w vs WatchGuard T25 für 25 Arbeitsplätze.
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